Weide

Trügerische Idylle...

Angeregt (und aufgeregt) durch den Artikel „Bebauung Marktstraße/Im Holz – schlimmer geht’s nimmer“ im Bürgerportal der Stadt Bergisch Gladbach habe ich dort als Kommentar folgende Zeilen verfasst. Übrigens seht Ihr hier rechts das Grundstück, um das es geht (ganz bei mir in der Nähe) – es steht nur synonym für die Rücksichtslosigkeit der Investoren, wie sie mit „Rückendeckung“ (Klüngel) der Kommunalpolitik auch das letzte bisschen Grün zupflastern, obwohl auf der anderen Seite immense Leerstände in Privat- und Gewerberäumlichkeiten bestehen.

Es geht schlicht um Geld.



Hier der Kommentar zu dem o.a. Artikel:


Es ist wirklich unglaublich, wie eine Idylle nach der anderen zugebaut wird!

Ich kann mich der Sicht des Artikels nur anschließen: Die Investoren können machen, was sie wollen, die wird notfalls geschmiert – “man kennt sich” ja.

Der neueste Trend ist die Gewinnmaximierung der Investoren, indem Bauland nicht mehr einfach im Auftrag verkauft, sondern zunächst billig aufgekauft und gleich mit einer “luxuriösen Villa für Individualisten” schlüsselfertig angeboten wird. Natürlich wird erst gebaut, wenn ein Käufer angebissen hat (der dann mitnichten noch individuell gestalten kann). Damit wurde schon Mallorca zugepflastert – deutsche Maklerfirmen verkaufen so an deutsche Betuchte im Ausland.

Die Stadt Köln macht es übrigens genauso: Jeder kleine Platz in der Innenstadt wird zugepflastert oder mit dem xten Museum verplant, welches keine Sau interessiert. Dass die Anwohner viel lieber einen kleinen Erholungspark mit alten Bäumen hätten (wie z.B. in Paris), interessiert nicht, denn die haben ja keine finanzkräftige Lobby.

Aber unsere Steuergelder nimmt man ja gerne für so wahnsinnige Projekte an – und fährt immer weiter in die roten Zahlen: Die Stadt ist eigentlich völlig pleite (mit oder ohne Messehallen), aber man plant schon mal eine Sanierung des Opernhauses für 360m€. Privatleute wandern für solch Finanzgebahren in den Knast! Eigentlich sollten die Kölner Bürger solange ins Düsseldorfer Opernhaus gehen müssen, bis sie sich wieder ein eigenes leisten können. Köln steht hier nur synonym für andere Städte – wie Bergisch Gladbach… oder Refrath.

Dass das Ganze am Stadtrand im Grünen weitergeht, macht es nur noch perverser. Es wird Fläche für Gewerbe und Privatleute zugebaut, obwohl es riesige Leerstände gibt. Die Pillenknick-Generation (der letzte geburtenstarke Jahrgang war 1968) hat sich längst mit dem Nachwuchs häuslich eingerichtet – der Bedarf wird also rapide (der demographischen Struktur folgend) abnehmen. Dem kann auch der “Singletrend” nicht entgegenwirken, denn die wohnen lieber zentral in der Stadt und nicht auf der ehemaligen Pferdekoppel, die nun betoniert wird. Es ist einfach sinnlos und traurig.

Die Frage ist nur – wie können wir uns dagegen wehren??? Ein Benzinlager würde ich nun nicht gerade besetzen. Die Politiker sind selbst schuld, dass sie die Liste der am wenigsten angesehenen Berufe noch vor den Fernfahrern und Versicherungsvertretern anführen, denn sie stehen nicht mehr für Moral und Ethik, sondern für Vorteilsnahme und Machtaneignung.