Rückblick auf den Torrent

Der de Pareis - die vielleicht spektakulärste Wanderung auf

Auch diese Folge ist wieder eher nur etwas für die Geocacher und Mallorca-Wanderer unter uns. Es ist ein Live-Bericht von DEM Geocache auf Mallorca, genannt Torrent de Pareis oder „Die Bergziege““ (GCPD5E) – einem beeindruckenden T5er mit grandiosen Naturerlebnissen (siehe Fotos).

Der Torrent des Pareis, eine spektakuläre, etwa 3,5 km lange Schlucht zwischen Lluc und Sa Calobra wurde 2003 samt Umgebung zum „Monument Natural“ erklärt. Diese Tour hatten wir uns  schon letztes Jahr (2009) vorgenommen, jedoch warnte uns eine freundliche Mitarbeiterin des Fremdenverkehrsamtes vor Ort am Straßeneinstieg, dass aufgrund der schweren Herbst-Regenfälle gegen Ende etwa 50 Meter geschwommen werden müsse – da gäbe es dann kein Zurück mehr. Also hatten wir das Vorhaben dann doch lieber auf dieses Jahr (2010) verschoben.

Mein Käschkumpel Hotte und ich sind dann also am 13. September 2010 bei der an der NA-10 gelegenen Straßenbar „Escora“ gestartet, wo praktischerweise auch der Bus hält, der zwischen Lluc und Sa Callobra (das Ziel der Wanderung) verkehrt. Allerdings fährt der letzte Bus schon gegen 15:30 Uhr wieder hoch… also immer schön die Uhr im Blick halten.

Der Wegverlauf

Gewappnet mit umfangreicher Ausrüstung (3 Liter Wasser, ein wenig Essen und die übliche Ausrüstung für Bergwanderungen) sind wir dann recht früh noch vor der Sonne los (7 Uhr), weil wir ja neben der reinen Wanderung (5-6 „Gehstunden“) ja noch einen Cache lösen, sehr viele komische Fotos machen (Panoramen und , s.u.) und auch einen GassiPod aufnehmen wollten (zumindest ich). Vorbei an Schafen und begleitet von einem unheimlichen Summen in der Luft ging es zu Station 1, die recht schnell gefunden wurde.

Auf dem Weg zur Station 2 hat man schnell ein Problem, wenn man – auf der Höhe eines großen „Steinfensters“ stur geradeaus läuft: Man hat dann zwar einen tollen Überblick über das Tal, wo gerade die Sonne aufgeht, aber der eigentliche Weg steigt 200 Meter davor nach links herab. Vor exakt diesem Fauxpas hatte uns der bekannte Lokal-Cacher Quadmaster gewarnt („Haltet Euch vor Station 2 auf jeden Fall links, sonst müsst Ihr nachher 150 Höhenmeter wieder heraussteigen, um an die Station 2 zu kommen„).

Als wir schließlich das trockene Bachbett im Tal erreicht haben (und wir für Station 3 bei der „Cacheziege“ einen kleinen Umweg machen mussten), waren wir begeistert über diese wundervolle Natur, die uns umgab: Im goldigen Morgenlicht sangen in der absoluten Stille nur einige Vögel und das Tal gibt sich ungewöhnlich grün für Mallorca – denn hier ist der Boden durch die Wasserläufe über einige Zeit im Jahr gut durchfeuchtet und ab dem fortgeschrittenen Morgen wird die Sonne von den Felsen abgeschattet.

Weiter ging es zum „Y“ (siehe Fotos), dem eigentlichen Start des Torrent de Pareis, wo sich auch eines der Highlights der Tour findet. Von Südwesten stößt hier das (im Sommer eher selten vorhandene) Wasser aus dem Gorge Blau durch die spektakuläre Schlucht Sa Fosca („Die Finstere“) und vereint sich mit dem Torrent de Lluc zum Torrent de Parais.

"Sa Fosca" - Die Finstere

Ein Abstecher nach Sa Fosca kostet nur wenige Minuten und ist sehr zu empfehlen. An dieser Stelle ist der magische Moment, wo man in der nur wenige Meter breiten, aber sehr hohen Schlucht von Sa Fosca im Dämmerlich steht, die Tauben gurren hört und einen kleinen Windhauch verspürt. Weiter oberhalb sieht man zwei riesige Felsbrocken, die ein Riese festgeklemmt zu haben scheint. Das ganze mutet an wie in einem Fantasy-Film.

Wieder zurück, begann nun der wirklich herausfordernde Teil der Tour, wo wir teilweise für nur 400 m Wegstrecke (laut GPS) über eine Stunde brauchten. Es geht über, drunter und neben Felsbrocken her und oft genug muss man den Rucksack ausziehen. Man braucht nicht wirklich ein Seil, aber an zwei Stellen wäre es dann nicht ganz so „kitzelig“ gewesen. In manchen Felsen waren noch Gumpen mit Wasser gefüllt – zwischen den Algen mümmelten noch dicke Kaulquappen an dem Grün.

Nach und nach schien nun auch die grelle, von den hellen Steinen zurückgeworfene Mittagssonne in das Tal und brannte auf der Haut – nur gut, dass wir unsere Hüte tief in den Nacken ziehen konnten und die Sonnencreme Schutz versprach. Nach einer zweiten Rast bei einer imposanten Höhle wurde die Schlucht noch enger.

Bald darauf kamen wir an die „Barriere“ – ein riesiger, quer liegender Felsblock, der die Bus-, Boots- und Badelatschentouristen von Sa Callobra (zum Glück) daran hindert, noch weiter die Schlucht hineinzuwandern. Danach ist es ein Home-Run – über den folgenden, leichten Schotter ist man sich des Respekts der Bustouristen  sicher – abgekämpft, verschwitzt und schwer mit Ausrüstung bepackt beantwortet man geduldig mit einem angedeuteten Siegerlächeln immer die gleiche Frage: „Seid ihr die ganze Strecke von oben heruntergewandert?“

Am Finale!

Kurz bevor man in dem wunderbaren, ausladend-weiten Delta auf die Massen trifft, kann man dann endlich das Cache-Final genießen: Ein Logbuch-Eintrag, der sich gut anfühlt, wirklich gut

Danach muss man, wenn die Zeit bis zum Bus noch reicht, eine schwere Entscheidung treffen: Baden im Salzwasser, im Süßwasser, oder doch lieber das Ankomm-Bier am Busbahnhof in Sa Callobra. Wir haben letzteres gemacht.   :O)

Übrigens trafen wir dann beim Bus die verschiedenen kleinen Grüppchen wieder, die uns zwischendurch (wegen unserer vielen „Nebenaktivitäten“) immer mal wieder überholt hatten. Darunter war auch ein wirklich nettes Paar aus Wuppertal, die einen kuriosen Start hingelegt hatten: Sie waren etwa eine Stunde nach uns losgegangen und hörten gleich zu Beginn ein verzweifeltes Schaf. Dem Angstgeblöke nachgehend, entdeckten sie schließlich eine Schafsmama, die in einen Wassertrog gefallen war und nicht mehr herauskam. Die Wolle war vollgesogen, das Becken voll vom Angstschiss und das Tier völlig erschöpft – kurz vor dem Ertrinken. Mit vereinten Kräften (und den Gestank missachtend) zogen unsere Helden das Schaf heraus und schleiften es in die Morgensonne, wo sich alsbald dann ein kleines Lämmchenzu zu seiner Mam-in-Nöten gesellte. Bei der Kontrolle am späten Nachmittag war das Schaf nicht mehr da – alles gut!


Zum GassiPod: Wir starten beim Cache Elefante de Roca (GC1QJ6W) – genau genommen beim Bier nach dem Cache und diskutieren extrem wichtige Dinge wie z.B., was die Damen dort beim Sonnenbaden anhaben (ich hatte Recht, siehe Beweisfoto). Dann geht es aber nach 6 Minuten auch schon los mit der „Bergziege“, früh am Morgen. Das akustische Highlight kommt nach etwas 30 Minuten – wir gehen in „Sa Fosca“, die Finstere….

Aufnahme: 12. und 13. September 2010
30 MB
42 min
96 kbps

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