Vielleicht war es Inspiration – oder auch ein und dieselbe Person. Alles nahm seinen Anfang im Gierather Wald etwa um 2006, als plötzlich an verschiedenen Stellen und in unregelmässigen Abständen grüne Zettel auftauchten – gerollt und mit einem Wollbindfaden an Zweigen irgendeines Strauches befestigt. Neugierig näherte man sich, zog vorsichtig die Rolle aus der Schleife und entfaltete schließlich ein Gedicht mit wenigen Zeilen, gedruckt auf wasserfestem Papier. Es waren romantische Zeilen über Natur, Gefühle, Farben – nicht eindeutig zu interpretieren, erschlossen sich dem Leser je nach Stimmungslage völlig unterschiedliche Assoziationen. Schließlich rollte man den Gedankenanstoß wieder vorsichtig ein und steckte ihn wieder zurück – für den nächsten neugierigen Menschen, der vorbeikam. In der Regel verschwand ein Zettel aber schon nach einem Tag. Und trotzdem tauchen bis heute immer mal wieder neue „Dankanstöße“ auf.
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